Schaufenster unserer Arbeit

Wiesbadener Kurier, 26. Januar 2011

STADTMUSEUM
Ausstellungsräume im früheren Cafe Kühn in der Ellenbogengasse eröffnet

Von Manfred Gerber

Das Projektbüro Stadtmuseum hat zwar immer noch keinen Museumsbau, demnächst aber wenigstens ein „Schaufenster unserer Arbeit“, wie sich Direktor Hans-Jörg Czech ausdrückte, als er mit Kulturdezernentin Rita Thies (Grüne) die Räume am Eingang zur Ellenbogengasse vorstellte. Dort hat man die Räume des früheren Cafe Kühn mit denen einer benachbarten ehemaligen Arztpraxis verbunden und so eine Fläche von 500 Quadratmetern geschaffen. Etwa 200 davon sollen schon bald für Wechselausstellungen zur Verfügung stehen.

„Das Potenzial ist da“

Ein Stadtmuseum können sie nicht ersetzen, wie Thies und Czech betonten. Aber wenn dort am 24. Februar die erste Ausstellung „Wiesbaden und die Welt - 2000 Jahre internationale Kontakte im Spiegel der städtischen Sammlungen“ eröffnet, soll das einen kleinen Vorgeschmack auf das geben, was die Besucher voh den Beständen der Sammlung Nassauischer Altertümer erwarten können. „Das Potenzial ist da“, schwärmte Czech. Immerhin seien es 350000 Objekte aus 2000 Jahren quer durch die Jahrhunderte. Und: „Ich werde nicht müde zu betonen, dass andere Städte uns um diese Sammlung beneiden“, so Czech. Ein Plädoyer also für den Neubaueines Stadtmuseums abgelehnt hat. Thies und Czech halten gleichwohl daran fest, dass ein Neubau kommt, bedauern, dass man ihn gestoppt hat, und wollen weiter für das Projekt kämpfen.

Neben dem Ausstellungsraum mit Blick auf die Rückseite des Alten Rathauses und die Fassade des Stadtschlosses gibt es in dem Komplex weitere Räume: zur Lagerung von Objekten, Arbeitsräume (in der früheren Backstube des Cafes) und für die Museumspädagogik. Die Renovierung der Räume für 200000 Euro steht kurz vor dem Abschluss. Vermieter ist der stadteigene WIM-Liegenschaftsfonds, die Warmmiete beträgt 5300 Euro im Monat, der Vertrag ist auf fünf Jahre abgeschlossen.

Und für das laufende Jahr sind auch schon weitere Ausstellungen geplant. Im Juni mit den Ergebnissen eines Jugendfotowettbewerbs, im August unter dem Motto: „47 Briefe - Die Geschichte der Familie Grünbaum“ und im November mit dem Thema „Heile Welt auf Sendung. Wiesbaden als Fernsehstadt der Wirtschaftswunderzeit“.

Mit dem „Schaufenster“ ist jedenfalls die Zeit zu Ende, in der das Projektbüro bei Ausstellungen auf wechselnde Räume wie im Kur: und Rathaus ausweichen 

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